St. Michael und Paulus

INNO-Blog

2.6.2022 - Rhythmus eint

Zusammenspiel und Kooperation lebt von Richtung und Rhythmus. Ist bei einem Projekt, einer Aktion oder einer Reise allen klar, in welche Richtung man unterwegs ist, ja, wohin man überhaupt will? Gibt es gemeinsam ausgehandelte und vereinbarte Ziele? Rudern alle in die gleiche Richtung? Und wenn ja, geschieht dieses „Rudern“ im gleichen Rhythmus? Wenn Sie einmal in einem Kanu oder einem Ruderboot Teil eines Teams waren, wissen Sie, wovon ich rede! Rhythmus spart viel Kraft. Zusätzlich ist die Erfahrung des Eingestimmtseins wunderbar, sie führt in vielen Teams zu der Art von „Flow-Erlebnis“, wie der ungarische Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi solche Glücksmomente bezeichnet.

Für gläubige Menschen offenbart sich in solchen Erfahrungen der Heilige Geist. Er bewahrt vor Spaltung und wirkt immer einheitsstiftend.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


In wenigen Tagen mache ich mich mit einer Gruppe aus der Gemeinde auf zu einer Fußwallfahrt auf dem portugiesischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die eine Hälfte der Gruppe kenne ich gut aus vorherigen Fußwallfahrten, die andere Hälfte besteht aus mir unbekannten Menschen. Ich weiß nicht, ob wir in einen gemeinsamen Rhythmus, einen Flow kommen. Vielleicht haben wir unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten, andere Themen, die uns interessieren, unterschiedliche Motive für die Fußwallfahrt etc. Auf der anderen Seite haben wir ein gemeinsames Ziel: Etwas mehr von Gott kennenlernen zu dürfen während dieser kostbaren Zeit, die von längerer Stille, Meditation und der wunderbaren Natur um einen herum geprägt sein wird. Das wird die Begegnung mit Gott sicherlich überaus fördern. Insofern vertraue ich darauf, dass wir diesen gemeinsamen Rhythmus finden, jeder auf seine eigene Weise. Dank sei Gott!

Gisbert Punsmann, PR

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26.5.2022 - Am Du zum Ich

Jegliche Uniformität verunmöglicht die echte Einheit und lebendiges Zusammenspiel. Verliere ich meine Individualität, ja mein Ich, wenn ich mich einem größeren Ganzen eingliedere und unterordne? Das ist die Sorge vieler Menschen, vor allem in Ländern im westlichen Kulturkreis. In einer innovativen Organisationskultur betrachtet man Individualität als Geschenk, das wertgeschätzt und gefördert wird. Erst wenn Menschen tatsächlich und glaubwürdig erleben, das ihr Ich vorbehaltlos akzeptiert ist, werden sie vertrauen können. Erst dann werden sie aus freiem Herzen Teil eines größeren Ganzen sein wollen, weil sie erkannt haben, dass nur so ihre Einzigartigkeit aufblühen kann. Die scheinbare Aufgabe der Freiheit wird zur Voraussetzung für Selbstwerdung. „Wer sich hingibt, der empfängt“, betete der Heilige Franz von Assisi. Martin Buber formulierte: „Am Du wird der Mensch zum Ich.“

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Individualität wird manchmal kritisch beäugt. Ich ertappe mich dabei, wie ich sehr wenig übrig habe für manche „Fußballerfrisuren“ und gern Witze darüber machen. Ich respektiere ihre persönlichen Wünsche, vielleicht Eigenarten nicht, sondern habe Gefallen an einer gewissen Konformität. Hat Gott alle Menschen gleich geschaffen? Hat er nicht Freude an der Vielfalt seiner Schöpfung? Sind es nicht die „Nerds“, die Elon Musks und Steve Jobs dieser Welt, welche diese entscheidend prägen und verändern? Danken wir Gott dafür, dass er diese Welt und jeden Einzelnen von uns so unverwechselbar geschaffen hat.

Gisbert Punsmann, PR

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19.5.2022 - Superman Priester?

Symptomatisch für eine Absage an den Irrglauben der Rettung von Kirche und Welt durch einige wenige überdurchschnittliche Stars ist die Mahnung, die Papst Franziskus am 7.6.2021 in einer Ansprache an Priester richtete: „Superman-Priester nehmen kein gutes Ende, nie. Ein Priester, der seine Schwächen kennt und über sie mit Gott redet, ist hingegen in Ordnung. ... Wenn ihr an ein vom Gottesvolk isoliertes Priestertum denkt - das ist kein christliches und auch kein katholisches Priestertum. Geht aus euch selbst heraus, lasst ... eure Sehnsucht nach Größe und Selbstbestätigung hinter euch, um Gott und die Menschen ins Zentrum eurer täglichen Gedanken zu stellen.""

Ein Jahr später lässt der Papst diesen Worte Taten folgen. In seiner Kurienreform ist erstmals die gemeinsame Taufe relevant für Führungspositionen, nicht das Weiheamt. Und die notwendigen fachlichen, menschlichen und geistlichen Kompetenzen. Teamfähigkeit, sich als Teil eines Ganzen zu wissen und entsprechend zu handeln, ist da wohl eine zentrale Eigenschaft.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Wir brauchen meines Erachtens in der heutigen Kirche keinen Leiter vor Ort, der alles dominiert und bestimmt. Vielleicht mag das für manche sogar bequem sein, einen Guru zu haben und seinen Lippen zu folgen. Was bleibt, wenn diese Person einmal nicht mehr da ist? Bricht dann mein Glaube zusammen?
Was wir heute brauche
n, sind mündige Christen. Menschen, denen ihr Glaube wichtig ist, die versuchen, im Glauben zu wachsen, die auch widersprechen können, wenn dies gefragt ist, weil sie selber Erfahrungen im Glauben gemacht haben. Das ist ein wesentliches Ziel der INNO Kirche: Menschen (wieder) für ihren Glauben zu begeistern, sie unabhängiger zu machen von anderen Menschen bzw. sie dazu zu ermutigen, allein auf Gott zu vertrauen. Welch großartiges Ziel!

Gisbert Punsmann, PR

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12.5.2022 - Kunst ist Lebensmittel

Viele Menschen schöpfen ihr Verständnis von Einheit in Vielfalt vor allem aus der Kunst. Ob bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater oder Tanz oder sonst eine der unerschöpflichen Ausdrucksformen menschlichen Denkens und Fühlens, Empfindens und Suchens – im sinnlich Wahrnehmbaren öffnen sich die nicht messbaren Dimensionen von Menschsein, ja von Leben mitten in einer unfassbaren Fülle von Leben.

Während des ersten Jahres der Coronapandemie habe ich jeden Morgen im formatmäßigen riesigen Bildband „Peoples and Places of the Past“, dem „National Geographic Illustrated Atlas of the Ancient World“ gelesen und meditiert. Allein der weltweite Blick in Kulturen aus allen Zeiten und Orten löste bei mir Gefühle des Staunens und der Dankbarkeit aus.

Ganz ähnlich geht es vielen Menschen, die sich mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen und sich von ihr berühren lassen.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


So wie „Kunst ein Lebensmittel“ sein kann, so kann dies für andere Menschen etwas ganz anderes sein. Ein Lebensmittel bei mir persönlich ist „Bewegung“. Ich bewege mich gern, auch gern zügig. Mir macht das Spaß, insbesondere wenn ich gleichzeitig etwas Spannendes sehen kann, wenn ich der Natur, wenn ich dadurch Gott ganz nah sein kann. Da kann ich Schöpfung erleben. Da spüre ich, was Gott geschaffen hat und bin ein Teil davon. Was ist mein Lebensmittel und wie fördere ich dieses Mittel?

Gisbert Punsmann, PR

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5.5.2022 - Alles ist verbunden

Welche Formen der Vergemeinschaftung fördern eine Kultur des Lebens und welche nicht? Und welche Rolle spiele ich in diesem wundervollen Gefüge, das uns im Mikro- und im Makrokosmos begegnet, in der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, in allen Beziehungen und Lebensbereichen?

Diese Zusammenhänge beschreibt auf fantastische Weise der deutsche Autor und Dramaturg Fabian Scheidler in seinem jüngsten Buch „Der Stoff aus dem wir sind“. Ausgehend von einer Analyse der Entwicklung im naturwissenschaftlichen Bereich wie in der Physik oder der Biologie zeigt er auf, dass ein rein mechanistisch-technokratisches Weltbild, wie es nach wie vor medial und pädagogisch vermittelt wird, längst falsifiziert worden ist. Er zitiert den Quantenphysiker Richard Feynmann, der betont: „Die Wissenschaft kann dem Mysterium einer Blume nie etwas wegnehmen, sondern nur etwas hinzufügen!“

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Dieser Satz -Alles ist verbunden- ist mir schon häufiger begegnet. Wir wissen oder erfahren an uns selber, wie beispielsweise Körper und Seele miteinander verbunden sind. Wenn der eine leidet, leidet auch der andere und wenn es dem einen gut geht, geht es auch dem anderen gut. Wir haben schon von psychosomatischen Krankheiten gehört und diese an uns selber erfahren, wenn sich hinter körperlichen Symptomen psychische Ursachen verstecken. Teresa von Avila, die spanische Karmelitin des 16. Jahrhunderts, hat es so formuliert: „Tue deinem Leib etwas Gutes, dass deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Alles an uns, auch unser Körper, ist letztlich Geschenk Gottes. Diesen zu pflegen, ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern anscheinend auch so etwas wie ein Gebot Gottes. Wir selber sind es, die von diesem Gebot profitieren.

Gisbert Punsmann, PR

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